Mastanlage für Wietze abgebrannt!

Brand in Hähnchenmastanlage

Im Landkreis Peine ist in der Nacht eine Hähnchenmastanlage bei Vechelde in Brand geraten. Rund 100 Feuerwehrleute seien vor Ort, teilte die Polizei mit. Menschen wurden bei dem Brand nicht verletzt. Auch Tiere kamen nicht zu Schaden, da die Anlage noch nicht in Betrieb ist. Brandursache oder Schadenshöhe sind noch unklar. | NDR.de 16.07.2011 09:51

Fernseh-Beitrag vom NDR

PM der Arbeitsgemeinschaft bäuerliche Landwirtschaft (AbL) zum Brand

Update:

Hähnchenmastanlage in Vechelde brennt erneut – Die beiden Feuer richteten mehr als 500.000 Euro Schaden an

18.07.2011 | Vielleicht war es Brandstiftung. Auf dem Gelände der umstrittenen Mastanlage im Landkreis Peine musste die Feuerwehr am Montag wieder einen Brand löschen. Bereits am Wochenende war einer der 1.800 Quadratmeter großen Ställe im Vechelder Ortsteil Alvesse komplett zerstört worden. Nun hat eine spezielle Ermittlungsgruppe der Polizei Salzgitter ihre Arbeit wegen Brandstiftung aufgenommen. Zuvor hatte ein Sachverständiger die Photovoltaik-Anlage untersucht, um einen möglichen technischen Defekt auszuschließen. Nun müssen die Brandermittler die Spuren vom Brandort untersuchen. Die Polizei vermutet als Brandursache für das neue Feuer ein wiederaufgeflammtes Glutnest.

Bericht vom NDR

Polizei geht von Brandstiftung aus – Zwei Artikel auf dem Onlineportal der Braunschweiger Zeitung www.newsclick.de

Hühnermast – Es war Brandstiftung
Von Harald Meyer und Kerstin Loehr

Eine entscheidende Frage nach dem Großbrand auf der Hähnchenmastanlage bei Alvesse im Kreis Peine ist geklärt: Die Polizei geht seit gestern von Brandstiftung aus.

Am Sonntagabend, 22.40 Uhr, hat es erneut auf der Hähnchen-Mastanlage gebrannt. Polizeisprecherin Natascha Aust sagt vorsichtig: „Wir vermuten, dass ein Glutnest aufgeflammt sein könnte.“ Betroffen war der Teil der Halle, der durch das erste Feuer am wenigsten beeinträchtigt wurde. Mitarbeiter des Sicherheitsdienstes haben das Feuer bemerkt.
Die Polizei geht in beiden Fällen von fahrlässiger oder vorsätzlicher Brandstiftung aus. Brandermittler und Beamte der Spurensicherung haben den Brandort gestern gemeinsam untersucht. Ergebnisse werden erst in drei Wochen erwartet.

Die Bürgerinitiative Alvesse/Üfingen verurteilte den Anschlag entschieden. Im Februar hatte sie erklärt, sie wolle „psychologischen Druck“ gegen den Üfinger Hähnchenmastbetreiber Gerecke aufbauen, es gab Mahnwachen am Hof.

Am Montag betonte der Sprecher der Bürgerinitiative gegenüber unserer Zeitung: „Nein, wir sehen uns keineswegs als die ,geistigen Brandstifter‘, weil wir uns immer klar von solchen Gewaltaktionen distanziert haben.“

Landwirt Gerecke müsse aber von Anfang klar gewesen sein, dass er sich mit solchem Projekt öffentlichem Druck aussetzen würde. Der Mastbetreiber hatte bis Ende August seine gesamte Anlage in Betrieb nehmen wollen. Immerhin ist er versichert.

Feuer in Hähnchenmast-Stall bei Peine
Polizei und Staatsanwaltschaft ermitteln – 500.000 Euro Sachschaden

Von Lennart Kutzner, Kerstin Loehr und Thomas Stechert

Großbrand am Samstagmorgen auf der Hähnchenmastanlage in Alvesse bei Vechelde im Kreis Peine: Ein Stall wurde durch das Feuer vernichtet. Menschen wurden nicht verletzt. Auch Tiere kamen nicht zu Schaden, weil die Anlage noch nicht in Betrieb ist.

Kurz vor drei Uhr wurden die Freiwilligen Feuerwehren aus Vallstedt-Alvesse, Wierthe und Vechelde-Wahle zu der brennenden Anlage an der Üfinger Straße (Landesstraße 615) zwischen Alvesse und Üfingen gerufen. „Als wir anfuhren, stand der Rote Hahn schon fett über dem Dach“, schilderte Vecheldes Gemeindebrandmeister Peter Splitt die erste Lage. Splitt forderte daraufhin zusätzliche Kräfte der Berufsfeuerwehr Salzgitter an.

Zwei Stunden lang kämpften die Feuerwehrleute gegen die Flammen. Einer der beiden 1600 Quadratmeter großen Ställe brannte fast vollständig nieder, den benachbarten zweiten Stall konnte die Feuerwehr sichern.

Im Einsatz waren fast 110 Personen, darunter auch Rettungsdienstler und der Versorgungszug der Feuerwehr Köchingen. Am Morgen übernahmen Angehörige der Freiwilligen Feuerwehr Sonnenberg die Nachlöscharbeiten.

Wie die Polizei Salzgitter am Mittag mitteilte, wurde der Brandort zur Klärung der Brandursache beschlagnahmt. Das zuständige Fachkommissariat ermittele in enger Zusammenarbeit mit der Staatsanwaltschaft Braunschweig. Es könne sich um einen technischen Defekt, auch aber um Brandstiftung handeln. Erst wenn das vollkommen zerstörte Gebäude abgekühlt und betretbar sei, könnten die Ermittler mit ihrer Arbeit beginnen.

Der Sachschaden wird auf 500.000 Euro geschätzt. Die Hähnchenmastanlage befand sich kurz vor ihrer Fertigstellung.
Der betroffene Landwirt Christoph Gerecke sprach am Sonntag von einem „Terroranschlag“, von „Vandalismus“, von „Hetze“ und „radikalen Terroristen“.

Auch Regina Will, Sprecherin der Bürgerinitiative, geht eher nicht von einem technischen Defekt aus. Sie verurteilt die Tat und sieht das postive Image von Bürgerinitiativen – weit über Peine hinaus – in Gefahr. „Dass Herr Gerecke emotional ganz oben ist, kann ich verstehen. Alle sind entsetzt.“

Die Mastanlage ist eine von acht in unserer Region, die künftig als Zulieferer für einen Großschlachthof in Wietze bei Celle arbeiten wollen – je vier in den Landkreisen Peine (Mehrum, Wendesse, Solschen und Alvesse) und Wolfenbüttel (Burgdorf, Groß Denkte, Cramme). Wie auch in Wietze haben sich in den betroffenen Orten Bürgerinitiativen gegen dieses Vorhaben gebildet.

Update2:

Brand in der Mastanlage in Vechelde: Wir feiern!

Ein Vortrag über die Kampagne gegen Europas größten Geflügelschlachthof in
Wietze und seine Zulieferbetriebe

Donnerstag, 21.7., 21.00 Uhr,
Im Nexus, Frankfurter Str. 253, Braunschweig
Vokü vorher und Kneipe im Anschluss

Laut Presseberichten ist in der Nacht von 15. auf 16. Juli in Vechelde im
Landkreis Peine ein im Bau befindlicher Hühnermastbetrieb durch einen
Großbrand zerstört worden. Die Brandursache ist noch unklar.

In der Anlage sollen ca. 40 000 Hähnchen für den Großschlachthof in Wietze
bei Celle gemästet werden. Im noch in Bau befindlichen Schlachthof in
Wietze sollen in 20 Stunden Schichten pro Sekunde 7 Hähnchen geschlachtet
werden. Dafür werden im Umkreis von 100 km 420 neue Mastanlagen gebraucht
- aber bisher wurden nur eine Handvoll Landwirte gefunden, die sich zum
Bau einer Mastanlage bereiterklären.

Grund dafür könnten die massiven Proteste der letzten Jahre sein: dazu
zählen der langanhaltende Widerstand durch Bürgerinitiativen vor Ort, aber
auch Bauflächenbesetzungen, Blockaden und Brandanschläge aus radikalen
Umwelt- und Tierrechtszusammenhängen. Dieser Vortrag berichtet vom
Megaprojekt Wietze und dem Widerstand, der sich in den letzten Jahren
massiv formiert hat.

Wegbeschreibung:
Vom Bahnhof aus fahren die Straßenbahnen M3, M5 und der Bus 419 in
die Nähe des Nexus. Wenn ihr mit der Straßenbahn kommt, müsst ihr an
der Haltestelle Cyriaksring aussteigen und von da zu Fuß gehen. Der Bus
419 fährt etwas näher ans Nexus heran. Hier könnt ihr Helenenstrasse
aussteigen und 200m bis zum Nexus gehen. (Dafür dauert die Fahrt aber
auch länger.)


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