Archiv für Oktober 2011

Totkötter

Bildgewordene Gedankenausschnitte zur Eröffnung der Megaschlachtfabrik in Wietze:

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SPIEGEL TV berichtet über Wietze-Widerstand

Und noch ein Fernsehbericht aus den letzten Tagen zum Thema Wietze:

Bereits letzten Sonntag berichtete Spiegel TV über den Widerstand gegen Rothkötter. In erster Linie geht es dabei neben dem Schlachthof an sich um die Brandanschläge der ALF gegen die Wietze-Mastanlagen in Mehrum, Üfingen-Alvesse und Sprötze. Kurz wird auch die Teplingen-Besetzung erwähnt, wobei es auffallend ist, wie sehr die Behörden mittlerweile bemüht sind, den Widerstand gegen Tierfabriken mit dem für die Bevölkerung abschreckenden Begriff des „Linksextremismus“ bzw. der wahlweise „autonomen“ oder „gewaltbereiten“ Szene in Verbindung zu bringen. Wächst hier etwa die Angst der Mächtigen vor einer weiteren immer stärker werdenden Protestbewegung, sodass mit allen Mitteln versucht werden muss, sie künstlich an den „Rand der Gesellschaft“ zu verbannen?

HIER gehts zum erwähnten Ausschnitt der Sendung vom 16.10.11

Gefahr aus dem Stall – Folgen der Turbolandwirtschaft

Gestern gab es in der ersten Ausgabe von „Planet E“ im ZDF einen äußerst interessanten Film über den Antibiotikaeinsatz in der industriellen Tierhaltung bzw. antibiotikarestisten Erregern wie MRSA. Ein großer Fokus lag auch auf den wachsenden Protesten der Bevölkerung gegen Mastanlagen und Schlachthöfe.

Erwähnung fanden dabei neben einem Beispiel aus Bellnhausen / Nordhessen (wo eine äußerst aktive Bürger_inneninitiative gegen eine geplante 40.000er Hühnermastanlage kämpft), auch der Widerstand gegen den Schlachthof in Wietze von der BI bis zu den Brandanschlägen der ALF.

HIER gibts die Sendung zum Anschauen.
Und HIER mehr zum Thema Tierhaltung / Antibiotika/ MRSA.

Und Mehrum macht 3: erneut Wietze-Mastanlage in Brand

In der Nacht zum 8. Oktober ist erneut ein noch im Bau befindliches Stallgebäude angezündet worden, dieses Mal in Hohenhameln-Mehrum im Landkreis Peine (Niedersachsen). Erst in der Nacht zum 16. Juli war bei Vechelde, ebenfalls im im Landkreis Peine und nur 30 Kilomenter von Mehrum entfernt, eine andere kurz vor der Inbetriebnahme stehende Geflügelmastanlage fast vollständig niedergebrannt worden (vgl. Brand in Hähnchenmastanlage; zum BekennerInnenschreiben). Diese geplante Mastanlage sollte ein Zulieferbetrieb für den Schlachthof Wietze werden. In Wietze bei Celle soll Europas größte Geflügel-Schlachtfabrik errichtet und täglich eine halbe Million „Hähnchen“ geschlachtet werden. Die Schlachtfabrik kann nur dann vollkommen in Betrieb genommen werden, wenn es genügend Zulieferbetriebe gibt. Zur Belieferung müssen in der Region ca. 420 Mastfabriken mit jeweils ca. 40.000 Tieren errichtet werden.

Bisher konnten nur einige wenige der geplanten Mastanlagen realisiert werden, auch aufgrund von massiven Protesten. Auch in Sprötze ist ein Maststall vor seiner Inbetriebnahme im Juli 2010 abgebrannt worden (vgl. Solidaritätskampagne für die Beschuldigten des Mastanlagenbrands in Sprötze). Im Sommer 2010 wurde das Baugelände in Wietze während knapp drei Monaten besetzt gehalten (vgl. Erklärung des Tierbefreiungskongresses 2010). Am 27. Juni dieses Jahres wurde ein von TierbefreiungsaktivistInnen besetzt gehaltenes Gelände in Teplingen (Wendland), auf dem ebenfalls ein Zulieferbetrieb für Wietze errichtet werden soll, von den Eigentümern der entstehenden Mastanlage auf brutale Art angegriffen (vgl. Besetzte Mastanlagen-Baustelle brutal angegriffen).

Am 28. September berichtete die Peiner Allgemeine Zeitung, dass die Ermittlungen zum Brand bei Vechelde auf der Stelle treten. Inzwischen unterstützte Interpol die Ermittlungen der örtlichen Polizei. Auf Anfrage der FDP legte Niedersachsens Innenminister Uwe Schünemann (CDU) im September Zahlen vor, die einen deutlichen Anstieg solcher Taten in den vergangenen Jahren belegen. Niedersachsens Landesregierung sieht zudem „enge Verbindungen zum Linksextremismus“. Wie die Hessische/Niedersächsische Allgemeine (HNA) berichtete, teilen die Ermittler „die Szene in drei Gruppen ein: Tierschützern gehe es um artgerechtes Leben ohne unnötiges Leiden, Tierrechtler und Tierbefreier räumten den Tieren dagegen unveräußerliche Rechte und Anerkennung als gleichberechtigte Wesen ein. Dabei gebe es vor allem bei den Tierrechtlern Bezüge zur linksextremistischen Szene. Durch diese Überschneidungen werden diese auch für den Verfassungsschutz interessant. Nach Einschätzung der Behörde bewegt sich die Zahl solcher Aktivisten ‚im unteren zweistelligen Bereich‘.“

Heute nun wurde auf linksunten.indymedia ein BekennerInnenschreiben zum Brand in Mehrum veröffentlicht. Es lautet:

„wir sind wütend! tiere werden ausgebeutet, eingesperrt, gequält und ermordet. deshalb haben wir in der nacht auf den 8. oktober feuer an dem im bau befindlichen hühnermaststall bei mehrum gelegt. dass massentierhaltung mit tierquälerei verbunden ist, wissen die meisten menschen. uns ist wichtig, dass die verwerflichkeit von nutztierhaltung an sich erkannt und gegen diese direkt vorgegangen wird. wir müssen uns aus der ohnmacht befreien, die uns durch legalitätsdenken auferlegt wird. aktiver widerstand ist wichtig, möglich und nötig. allen landwirt_innen raten wir: finger weg von mastanlagen! sie brennen leicht ab… für die befreiung aller tiere. alf (animal liberation front)“



Quelle: Antispeziesistische Aktion Tübingen (Artikel vom 10.10.11)

Hier gehts zum NDR-Bericht.