„Brandanschlag Hähnchenmast“

Folgender Beitrag erschien am 2. Dezember auf Liksunten.indymedia.org:

„Wir haben in der Nacht zum 22. November eine zwischen zwei Mastperioden leerstehende Hähnchenmastanlage in Klein Fullen in Brand gesetzt.

Im Kapitalismus ist fast alles eine Ware. Der Tauschwert einer Sache bestimmt was erbracht werden muss, um etwas zu bekommen. Wer was braucht, um zufrieden leben zu können, ist unwichtig.

Manche Menschen können viele Dinge als ihr Eigentum in Beschlag nehmen, die sie nicht benutzen, obwohl die dann anderen fehlen. Dinge werden nicht produziert wenn die, die sie brauchen, kein Geld haben. Wenn Dinge nicht mehr gut verkauft werden können, werden sie oft zerstört, obwohl sie gebraucht würden. Bei unrentabel hohem Angebot wird z.B. Getreide verbrannt, damit die Preise nicht sinken.

Auch Tiere werden zur Ware gemacht. „Nutztiere“ können mit minimalen Kosten am Leben erhalten und ausgebeutet werden: Maximaler Profit aus einem Lebewesen, das keinen Widerstand leisten kann. Bei der Fleischproduktion schafft erst der Tod der Tiere den Mehrwert. Bei anderen Tierprodukten ist er die ökonomische Konsequenz, sobald die Existenz von z.B. Milchkühen oder Legehennen nicht mehr maximal rentabel ist. Menschen und Tiere weden ausgebeutet und getötet. Das ist auf keinen Fall gleichsetzbar, aber in beiden Fällen abzulehnen.

Wir setzen nicht auf verbalen Austausch. Dieser ist wichtig, aber nicht genug. Die gegenwärtigen Verhältnisse sind viel destruktiver als es Brandstiftung an Sachen je sein könnte. Die Verhältnisse sind extrem miserabel für die meisten Lebewesen und müssen radikal bekämpft werden. Egal wie gut sich der Sozialstaat darstellen mag, wie viele Quadratzentimeter einem Huhn oder Schwein zur Verfügung stehen. Es ändert nichts daran, dass in den Lebewesen an sich nichts als ihr Nutzen zur Schaffung von Mehrwert gesehen wird. In der Anlage werden Hühner für Rothkötter gemästet. Rothkötter und Wiesenhof sind die größten Geflügelfleischkonzerne Deutschlands.

Es gibt noch viel mehr Anlagen, in denen Tiere gehalten werden.“


2 Antworten auf „„Brandanschlag Hähnchenmast““


  1. 1 Carmen 23. Oktober 2013 um 6:47 Uhr

    Mal abgesehen davon, dass es sich bei Brandstiftung klar um einen Straftatbestand handelt, und ich das nicht gutheißen kann, sind dennoch öffentlichkeitswirksame Maßnahmen gegen die Verhältnisse in Geflügelzucht-Fabriken sehr wichtig! Man kann gar nicht oft und rigoros genug auf diese Missstände aufmerksam machen, bis die Verbraucher endlich reagieren. Denn das ist meiner Meinung nach der einzige Weg, diesen profitgierigen Konzernen die Stirn zu zeigen: ein Boykott. Ich für meinen Teil verzichte schon lange auf den Kauf von Geflügel aus solchen Mastbetrieben.

  1. 1 Wiesenhof brennt - Danke ALF Pingback am 18. Februar 2015 um 9:37 Uhr

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