Tierschutzbund kuschelt mit der Fleischindustrie – Proteste beim Greentunes-Festival in München

Bericht von Ariwa e.V:

28.07.2013: Beim Greentunes-Festival am heutigen Sonntag in der Münchener Muffathalle drehte sich alles um „vegane, vegetarische und fleischreduzierte Ernährung“. Um 13 Uhr luden die Veranstalter zu einer Podiumsdiskussion über das neue „Tierschutzlabel“ des Deutschen Tierschutzbundes (DTB). Als im Vorfeld auch ein Vertreter von Animal Rights Watch zu der Diskussion eingeladen werden sollte, drohte DTB-Präsident Thomas Schröder offenbar mit der Absage der Runde.

Tierrechtler von ARIWA und anderen Organisationen ließen es sich aber nicht nehmen, aus dem Publikum heraus kritische Fragen zu stellen. Einige Tierrechtlerinnen und Tierrechtler aus München protestierten mit Schildern, Zwischenrufen und einem Plakat, auf dem das Motto des Festivals „Friends, not just food“ mit durchgestrichenem Wort „just“ zu lesen war.

Hintergrund:

Der Tierschutzbund hat u.a. gemeinsam mit den europäischen Schlachtgiganten VION und Wiesenhof ein Instrument geschaffen, welches marktgerecht im Sinne der Fleischproduzenten, aber weder tier- noch artgerecht ist. Die geforderten Kriterien des neuen Labels bringen für Tiere keine nennenswerten Verbesserungen, statt dessen wird der Konsument durch die Initiative getäuscht, industrielle Massentierhaltung gefördert und der Fleischkonsum angekurbelt.

ARIWA hatte im Februar 2013 Undercover-Bildmaterial aus VION-Schweineställen veröffentlicht, die vom Tierschutzbund zertifiziert waren. Die Bilder bewiesen, dass es den Tieren in diesen Ställen nicht im geringsten besser erging als in der konventionellen Tiermast. Das ARD-Magazin Report Mainz hatte das Thema aufgegriffen, von VION nur Interview-Absagen erhalten und von DTB-Chef Schröder nur fadenscheinige Ausreden.

In der Öffentlichkeit tritt der Tierschutzbund „gegen Tierfabriken, Tierleid in Megaställen, gegen tierschutzwidrige Haltungssysteme und für eine ökologische, bäuerliche Landwirtschaft“ auf. Dass nun der Tierschutzbund Fleisch aus den Tierfabriken großindustrieller Massentierhalter gegen Zahlung von Lizenzgebühren mit seinem „Tierschutzlabel“ marktfähig macht, ist absolut beschämend.

Beim „Tierwohl-Label“ fühlen sich nur zwei wohl: Nämlich der Fleischerzeuger, der durch das Siegel seinen Umsatz steigert und der Tierschutzbund, dessen Förderer und Mitglieder nun wieder guten Gewissens das Fleisch toter Tiere konsumieren können, die sie eigentlich vorgeben, schützen zu wollen.

Mehr Informationen findet ihr hier


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