- Mastanlagenkomplex von Rothkötter und Fortwengel im Brandenburgischen Groß Haßlow mitten im Bau -

Wie Fotos zeigen, die Aktiven der Wietze/n-Kampagne am 10. April zugeschickt wurden, ist der Mastanlagenkomplex – der insgesamt 8 Mastanlagen beinhaltet – bereits mitten im Bau. Pro Mastdurchlauf sollen hier nach den Plänen der Konzerne zukünftig 380.000 Hühner gehalten werden. In welcher Schlachtfabrik sie anschließend getötet werden sollen, darüber schweigen die Unternehmen.

Aktive der Wietze/n-Kampagne sehen in diesem Bau eine Reaktion auf den fehlgeschlagenen Plan, 400 Mastanlagen im Umkreis von Wietze (Celle) anzuwerben. Dort steht Rothkötters Megaschlachtfabrik. Die hatte sich durch den Widerstand von AnwohnerInnen und TierrechtlerInnen gegen den Bau und die geplanten Zulieferbetriebe seit Bekanntwerden der Pläne 2009 vom Prestigeprojekt zum unrentablen Fiasko gewandelt. Nun lässt der Konzern des „Hühnerbarons“ Rothkötter einen eigenen Mastanlagenkomplex in Brandenburg errichten, wo er wohl mit weniger Schwierigkeiten rechnet.

Die besitzende Firma ist die „ Prignitzer Broilermast “ (PB) mit Sitz in Fretzdorf (Wittstock). Ihr Geschäftsführer Wilfried Fleming ist gleichzeitig Geschäftsführer bei Rothkötter. Ebenfalls an dem Unternehmen beteiligt ist nach Recherchen der Osnabrücker Zeitung die emsländische Fortwengel-Holding (1) Aber der Holding-Firmenchef Bernhard Fortwengel hält sich zu der Planung in Groß Haßlow ebenso bedeckt wie sein Kollege bei Rothkötter.

Das Landes Amt für Umwelt – und Verbraucherschutz hat der PB bereits am 19. November 2012 die Baugenehmigung für das Projekt in Groß Haßlow erteilt.

In einer Pressemitteilung wirft die Bürgerinitiative „Wittstock contra Industriehuhn“ der Behörde vor, sie hätte die Baugenehmigung vorzeitig erteilt: Auflagen für Ausgleichs- und Ersatzmaßnahmen seien noch nicht erfüllt wurden. Die von der Bürgerinitiative geplanten juristischen Schritte gegen die Anlagen wurden von der Behörde massiv erschwert. „Erst nachdem der Investor die von ihm selbst eingereichten Unterlagen auf mögliche Betriebsgeheimnisse durchgesehen hat können demnächst auch die Bürger Einsicht nehmen. Nach dem Umweltinformationsgesetz steht dies jedem Bürger zu“, schreiben die BI-Vertreter. (2)

Bis heute wurde der Bürgerinitiative und dem Naturschutzbund NABU in ihrer Klage gegen die Anlage eine vollständige Akteinsicht verwehrt. Das sich in eineinhalb Kilometer Luftlinie ein über hundert Hektar großes Wasserschutzgebiet befindet, wird in dem Genehmigungsverfahren von Seiten der Behörden bisher nicht berücksichtigt. Dr. Wilhelm Schäkel von der BI contra Industriehuhn fürchtet, dass das Ammoniak aus dem Hühnerkot zu einer starken Belastung der Wasser- und Naturqualität führt.


(1) Link zum Artikel der NOZ


(2) Link zur PM der Bürgerinitiative


2 Antworten auf „- Mastanlagenkomplex von Rothkötter und Fortwengel im Brandenburgischen Groß Haßlow mitten im Bau -“


  1. 1 Rothkötters Mastanlagenkomplex in Groß Haßlow vorerst gestoppt « Stoppt Schlachtfabriken! Pingback am 04. Juli 2014 um 20:30 Uhr
  2. 2 OVG bestätigt Baustopp in Groß Haßlow « Stoppt Schlachtfabriken! Pingback am 06. September 2014 um 12:57 Uhr

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