Nutzen wir die sorgen der Fleischindustrie!

Wie aus einer Studie der Universität Göttingen hervorging, befindet sich die deutsche Fleischindustrie in einer Krise. Auf gesellschaftlich einflussreichen Online-Nachrichten-Portalen, wie z.B. dem Focus, wurde die Nachricht mit der Überschrift „ Die Fleischindustrie blickt sorgen erfüllt in die Zukunft“ veröffentlicht. Grund hierfür sei „die anhaltende Importsperre in Russland, die Krim-Krise und die generelle Diskussion über Tierhaltung und Fleischkonsum hierzulande“.

Ausführlicher berichtete die taz bereits am 3. Juni am Beispiel von Big Dutchman. Dem weltweit führende Unternehmen in der Entwicklung und Produktion für Hühner- und Schweinemastanlagen mit seinem Sitz im niedersächsichen Vechta ist der Umsatz im letzten halben Jahr um 15 % eingebrochen mit weiteren 15% ist bis September zu rechnen. Als Grund gibt der Leiter für Kommunikation bei Big Dutchmann, Andreas Böske, die Krise in der Ukraine an. Die FAZ berichtete am 16. März, dass der Kreml als Reaktion auf die angedrohten Sanktionen der EU an einer Gesetzesänderung arbeitet, „die es dem russischen Präsidenten erlauben würde, das Eigentum ausländischer Unternehmen zu konfiszieren. Für diese ist Russland ein wichtiger Markt. Das Land gilt etwa für die Agrarindustrie mit den daran hängenden Zulieferindustrien, wie dem Maschinenbau, in den vergangenen Jahren als die wachstumsstärkste Region. (…) Im Industriepark Detchino in der Region Kaluga im Westen des Landes, gut 100 Kilometer südwestlich von Moskau, eröffnete erst im vergangenen Jahr der deutsche Stallanlagenbauer Big Dutchman ein rund 20 Millionen Euro teures Warenlager“

Wie die oben genannte Studie zeigt wird es der Fleischindustrie nicht gelingen, die durch die „Ukraine-Krise“ entstandenen Verluste innerhalb der EU zu regenerieren. Gesättigte Märkte, ein Rückgang der Nachfrage und Widerstand gegen ihre Fabriken ist das, was sie hier vorfindet.
So wird die Industrie versuchen neue Absatzmärkte zu gewinnen. Laut der Taz wird u.a. Big Dutchmann von nun an versuchen, sich die bereits bestehenden Märkte in China, Indien und Südostasien anzueignen und neue zu schaffen.

Was bedeutet das für den Widerstand?

Auch wenn die Anzahl der Veganer_innen und Vegetarier_innen in Deutschland kontinuierlich steigt, bedeutet das nicht, dass deshalb weniger Tiere gefangen gehalten und getötet werden. Die Unternehmen, die dem Zwang der Konkurrenz und des stetigen Wachstums unterworfen sind, versuchen stattdessen neue Märkte zu erschließen und das Fleisch noch günstiger anzubieten, indem sie die Arbeiter_innen und die Tiere unter noch katastrophaleren Bedingungen ausbeuten. Statt immer mehr Menschen dazu zu bringen, bei ihrem Einkauf im Supermarkt die „richtigen“ Entscheidungen zu treffen, erscheint es uns sinnvoller da anzusetzen, wo es der Fleischindustrie wirklich wehtut. Wenn es immer häufiger vorkommt das ihre Fließbänder stillstehen weil die Ein- und Ausfahrten blockiert werden, Das Vertragsmäster abspringen weil sie die schlechte Stimmung im Ort fürchten, Baupläne sich in die Länge ziehen oder komplett zum erliegen kommen weil Einwende eingelegt werden, dann werden sie ihre Fabriken auf kurz oder lang schließen müssen. Auch wenn die Unternehmen ihre Produktion immer mehr in andere Regionen auslagern, werden sie weiterhin von ihren jetzigen Standorten aus verwalten. Die Zeit erscheint uns besonders günstig und Ziele für einen wirksamen und vielfältigen Widerstand gibt es genug!

Beispielsweise am 21./22. Juni bei den Aktionstagen gegen Tierfabriken in Stemmern bei Magdeburg, den Aufruf und weitere Infos findet ihr unter: tierfabriken-widerstand.org/aktionswochenende-gegen-tierfabriken-in-stemmern/

Oder vom 5. bis 10. August bei den Aktionscamp gegen Tierfabriken in Asendorf bei Nienburg, mehr Infos unter: aktionscampgegentierfabriken.blogsport.de

Weitere Gruppen, Kampagnen und Netzwerke die aktiv gegen Tierausbeutung in der Landwirtschaft und das dahinter stehende System vorgehen:

Tierfabriken-Widerstand (aktiv gegen neue Tieranlagen in Ostdeutschland,)
Mastanlagen-Widerstand (aktiv gegen neue Mastanlagen von Wiesenhof in Bayern)
Das Bündnis Tierbefreiung goes Blockupy ( Ein Bündnis von Tierbefreiungsaktivist_innen die sich den Blockupy Bündnis angeschlossen haben) tierbefreiung2blockupy.blogsport.de/
Grüne Woche Demaskieren (Ein Aktionsbündnis gegen die Landwirtschaftsmesse in Berlin)

Einige Aktive der Wietze/n-Kampagne


1 Antwort auf „Nutzen wir die sorgen der Fleischindustrie!“


  1. 1 nevermore 19. Juni 2014 um 19:26 Uhr

    http://gruenewoche.blogsport.de/ ist der gemeinte Link.

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