Wiesenhof-Schlachthof für 13 Stunden blockiert

Wiet­zen, 08.​08.​ und 09.08. 2014 13 Stunden haben Tier­rechts­ak­ti­vis­tIn­nen die zwei Zu­fahr­ten des Wie­sen­hof-​Schlacht­hofs in Wiet­zen-​Hol­te blo­ckiert. Zwei Per­so­nen haben sich mit Bü­gel­schlös­sern an einem Tor be­fes­tigt; wei­te­re Ak­ti­vis­tIn­nen be­fin­den sich in einer Sitz­blo­cka­de am an­de­ren Ein­gang. Die Blo­cka­de be­gann am Frei­tag um 18:30 Uhr und dau­er­te bis Samstag gegen 07:30 Uhr an. Be­la­de­ne „Fleisch“-​Trans­por­ter konn­ten den Schlacht­hof nicht auf nor­ma­lem Weg ver­las­sen. Ein LKW brach durch eine Hecke neben der Zu­fahrt, um auf die Stra­ße zu ge­lan­gen. Nach Auf­lö­sung der Blo­cka­de durch die Ak­ti­vis­tIn­nen selbst haben meh­re­re Trans­por­ter das Ge­län­de ver­las­sen.

„Mit un­se­rer Ak­ti­on wol­len wir uns der in­dus­tria­li­sier­ten Tö­tung von füh­len­den In­di­vi­du­en di­rekt in den Weg stel­len“, so Lisa Clau­sen, eine be­tei­lig­te Tier­recht­le­rin. „Wir pro­tes­tie­ren zudem gegen die ge­plan­te Er­wei­te­rung der Schlacht­fa­brik, in der be­reits jetzt 140.​000 Hüh­ner pro Tag ge­walt­sam um ihr Leben ge­bracht wer­den.“

Zur Zeit fin­det ein mehr­tä­gi­ges „Ak­ti­ons­camp gegen Tier­fa­bri­ken“ im na­he­ge­le­ge­nen Asen­dorf statt, bei dem in Work­shops und Vor­trä­gen die Pro­ble­ma­tik der Tier­in­dus­trie be­leuch­tet und dis­ku­tiert wird. Es kom­men dabei tie­re­thi­sche As­pek­te eben­so wie die Um­welt-​ und Kli­ma­aus­wir­kun­gen sowie die glo­ba­len Wirt­schafts­zu­sam­men­hän­ge zur Spra­che.

„Was die Un­ter­neh­men der Fleisch-​, Milch-​ und Eier­in­dus­trie all­täg­lich tun, ist in ver­schie­dens­ten Hin­sich­ten un­er­träg­lich.“, sagt Lisa Clau­sen. „Emp­fin­den­de Le­be­we­sen wer­den zu blo­ßen Waren und Res­sour­cen ge­macht und nach einem elen­den Leben bru­tal ge­tö­tet. Ein Groß­teil der Fut­ter­mit­tel für die eu­ro­päi­schen ‚Nutz­tie­re‘ wird im glo­ba­len Süden er­zeugt, wobei Men­schen ent­rech­tet und aus­ge­beu­tet und in gro­ßem Stil die Um­welt zer­stört wird. Die Tier­hal­tung ist ein we­sent­li­cher Fak­tor der Kli­ma­er­wär­mung. Nicht zu­letzt wer­den hier­zu­lan­de Grund­was­ser und Öko­sys­te­me be­las­tet und hoch­ge­fähr­li­che Keime frei­ge­setzt. All das ge­schieht, wie in der ka­pi­ta­lis­ti­schen Wirt­schaft üb­lich, al­lein für den Pro­fit von Un­ter­neh­men.“

Be­set­zun­gen und Blo­cka­den wer­den von den Tier­recht­le­rIn­nen als ge­eig­ne­tes Mit­tel an­ge­se­hen, die „Ma­schi­ne­rie der Aus­beu­tung“ zu­min­dest zeit­wei­se zu un­ter­bre­chen. Bloße Ap­pel­le an Kon­su­men­tIn­nen seien nicht aus­rei­chend. „Na­tür­lich set­zen wir uns auch dafür ein, dass immer mehr Men­schen vegan leben und so die Tier­in­dus­trie nicht mehr fi­nan­zi­ell un­ter­stüt­zen“, so Clau­sen. „Al­ler­dings wer­den auch viele Tier­pro­duk­te be­reits für den Ex­port pro­du­ziert. Wir wol­len auch dar­auf auf­merk­sam ma­chen, dass die Mast- und Tö­tungs­fa­bri­ken hier über­all in der Nähe un­se­rer Woh­nun­gen ste­hen. Sie kön­nen nur wei­ter­be­trie­ben wer­den, so­lan­ge die Men­schen drum­her­um das zu­las­sen. Wir wol­len nicht mehr zu­schau­en.“


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