In der Presse wurden direkt nach dem Brand „militante Tierschützer“ der Brandstiftung beschuldigt, indirekt auch die Teilnehmer_innen der einwöchigen Mahnwache, welche zwei Monate zuvor in Buchholz gegen den Mastanlagenbau abgehalten wurde.
Auch die Polizei konstruierte einen Zusammenhang zwischen verschiedenen tierbefreierischen Widerstands- und Protestaktionen der vergangenen Jahre und dem Brand in Sprötze. So wurden die als verdächtig geltenden Personen größtenteils aus Listen von Menschen ausgesucht, deren Personalien im Kontext der Boehringer Besetzung 2009, der Wietze Besetzung 2010, den Protesten gegen die Sprötzer Anlage oder der Besetzung in Alvesse 2010 festgestellt worden waren.

Gegen mindestens fünf willkürlich herausgepickte Menschen wurde wegen Brandstiftung (§306 StGB) ermittelt. Die Willkür bei der Auswahl der Personen wird am Beispiel der Verdächtigung einer Person deutlich, die während der Wietze Räumung Converse Chucks bei sich trug – entsprechende Schuhabdrücke sollen bei der Anlage festgestellt worden sein. Dass diese Schuhe zurzeit wahrscheinlich in der gesamten Bevölkerung zu den meistgetragenen gehören, erscheint dabei wohl irrelevant.
Im Zuge der Ermittlungsverfahren kam es bspw. zu einer Hausdurchsuchung und zu unter Zwang durchgeführten erkennungsdienstlichen (ED) Behandlungen, bei denen z.B. Fingerabdrücke und Fotos erstellt werden sollen.

Nachdem die Soli-Kampagne KaKaKa.Du ins Leben gerufen wurde, wurden die Ermittlungsverfahren mittlerweile aufgrund mangelnder Beweise eingestellt.
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